Vor 40 Jahren von einer handvoll trommelbegeisterter Steiner gegründet, zählt der Tambourenverein heute zu den besten der Schweiz. Und das wollen sie werden: Schweizer Meister.
von Erhard Gick
Vor 40 Jahren scharte der Steiner Josef Annen (sel.) eine Hand voll trommelbegeisterte Steiner um sich. Sein Ziel war es, das Trommelgut zu erhalten und zu fördern, vor allem auch das Fasnachtsbrauchtum zu retten. Die Tambouren waren damals rar. "Im alten Hotel Kündig haben wir den Verein gegründet", erinnerte sich Josef Arnold an diesen Akt. "Josef Annen würde stolz sein, wenn er noch erleben könnte, was aus seinem Verein geworden ist. Ich bin es, und es ist eine Freude zu sehen, was hier mit fleissiger Arbeit erreicht wurde", sagte Arnold an der 40. Generalversammlung.
Angriff auf die absolute Spitze
Die Steiner Tambouren, so berichtete Vereinspräsident Erwin Schnüriger mit Stolz, haben sich im Laufe der Jahre an die nationale Spitze hochgearbeitet. In der Tat gehören die Steiner Trommler zu den besten drei Tambourenvereinen der Schweiz. Bereits am letzten Zentralschweizer Tambourenfest haben sie erfolgreich an der ganz grossen Krone geritzt. Steinen holte sich in Biberist den Festsieg und deklassierte die nationale Trommeleminenz. "Jetzt geben wir Vollgas, wir wollen den Sieg und können das aus eigener Kraft schaffen, mit Arbeit und einer exzellenten Vorbereitung", verkündete der technische Leiter Martin Schibig an der GV. Vom 17. bis 20. Juni 2010 findet in Interlaken das Eidgenössische Tambourenfest statt. "Unsere Chancen standen noch nie so gut, den Titel zu holen. Wir werden für unser Ziel hart arbeiten müssen, aber wir sind überzeugt, dass wir es schaffen können", sagte Vereinspräsident Erwin Schnüriger. Die Motivation für diesen Frontalangriff auf den eidgenössischen Festsieg in der höchsten Kategorie ist vorhanden, das hat man an der GV in Steinen deutlich gespürt.
Starke Nachwuchsförderung
Freuen darf sich auch Thomas Marty, Leiter der Trommelschule Steinen. Der Erfolg des Vereins färbt auch auf den Nachwuchs ab. Gegenwärtig werden 41 Trommelschüler unter seiner Leitung auf verschiedenen Stufen ausgebildet. Keine Trommelschule in der Schweiz bringt es auf mehr Teilnehmer. "Wir wollen unseren hohen Ausbildungsstandard nicht nur behalten, sondern weiter pflegen", liess Thomas Marty an der GV durchblicken. Auch er verfolgt hohe Ziele. Erstmals will er mit drei Sektionen statt wie bisher nur mit zwei am nächsten Zentralschweizer Jungtambourenfest (25./26. September 2010 in Rothrist) teilnehmen.
Neuen Kapitän gewählt
"Es ist an der Zeit, dass der alte Kapitän sein Schiff verlässt und einem jüngeren Platz macht", sagte Vereinspräsident Erwin Schnüriger. Für ihn wählten die Versammelten Kassier und Vizepräsident Markus Marty zum "neuen Kapitän". Als Kassier rückte Christian Annen nach. Hansjörg Grätzer (Aktuar), Martin Schibig (techn. Leiter), Thomas Marty (Leiter Trommelschule) und Beat Iten (RPK) wurden alle wiedergewählt. Neuer Beisitzer ist Martin Grätzer.
Der Tambourenverein hat seine Vereinsmittel der letzten Jahre mit Schwergewicht Nachwuchs investiert. Daraus resultierten in den letzten Jahren relativ hohe Verluste, die das Vereinsvermögen schmälerten. "Wir sind gezwungen, den Jahresbeitrag der Jungtambouren zu erhöhen, um die Ausbildung wieder kostendeckend betreiben zu können", führte Kassier Markus Marty aus. So oder so werde der Beitrag immer noch moderat sein und die Gegenleistung hoch, meinte er weiter.