Der Tambourenverein Steinen wurde am 20. Zentralschweizerischen Tambouren- und Pfeiferfest in Langenthal/BE mit vielen Spitzenrangierungen belohnt. Im Sektionswettspiel gehören die Steiner weiterhin zu den drei tonangebenden Vereinen der Trommelszene. Auch im Einzelwettspiel brillierten die Steiner mit einer hervorragenden Kranzausbeute. Zudem wurde Martin Schibig Vizemeister der Königsklasse.
Die Erfolge des Tambourenverein Steinen brechen nicht ab. 4 Jahre nach dem 3. Platz in Basel gelang den Steinern am gleichen Verbandsfest die Bestätigung des Podestplatzes auf eindrückliche Art und Weise. Im Wettspiel der höchsten Klasse wurden Noten im Bereich der Perfektion erteilt. Wer sich in der Trommelszene auskennt, für den ist es auch keine Überraschung, dass die Steiner Tambouren diese Resultate einfahren können. Seit Jahren wird konsequent und zukunftsweisend mit dem Nachwuchs gearbeitet. Auch werden immer wieder neue Wege gesucht um sich auf die Wettspiele vorzubereiten. Dies geschah so auch in diesem Jahr. Minutiös wurde die Vorbereitung durch Ivo Annen den Technischen Leiter geplant und dann auch engagiert und topmotiviert eins zu eins umgesetzt.
Tolle Resultate beim Einzelwettbewerb
22 Tambouren aus dem Stauffacherdorf stellten sich bereits am Freitag vor die Juroren. Die Resultate die dabei herauskamen dürfen sich sehen lassen. 11 Kopfkränze konnten die verschiedenen Einzelwettspieler entgegennehmen, was einer Quote von 50% entspricht. Logischerweise hatte nicht jeder das Glück oder die Nervenstärke um Kranzgeschmückt die Heimreise anzutreten, aber mit dem gezeigten dürfen alle zufrieden sein. Ein Blick in die Rangliste zeigt auf, dass fast alle Einzelwettspieler aus dem Tambourenverein Steinen sich in der ersten Ranglistenhälfte wiederfinden. Um sich einen Kranz zu ertrommeln ist je nach Kategorie ein Platz in den ersten 25 - 30 % der Rangliste notwendig. Am eindrücklichsten gelang dies Martin Schibig, welcher in der höchsten Kategorie den Einzug in den Final der besten 20 schaffte. Ebenfalls einen Platz im Final erspielte sich Adrian Zimmermann der zum ersten mal nicht mehr bei den Jungtambouren starten konnte. Trotz seines noch jungen Alters und noch vor dem Besuch der Rekrutenschule als Tambour und einer eben erst abgeschlossenen Berufslehre reihte er sich nahtlos unter die Aushängeschilder im Trommelwesen. Im Final konnten sich beide Tambouren von Ihrer besten Seite zeigen und erreichten Spitzenresultate. Adrian Zimmermann belegte den 11. Rang als jüngster Finalteilnehmer, was vor allem auch für die Zukunft noch einiges verspricht. Das beste Ergebnis der Vereinsgeschichte und natürlich auch persönlich erzielte Martin Schibig, welcher sich auf den 2. Rang direkt hinter dem aktuellen Schweizermeister Ivan Kym aus Möhlin trommelte. In derselben Kategorie jedoch nicht im Final konnten sich zwei weitere Steiner mit dem goldenen Kopfkranz schmücken lassen. Es sind dies Guido Schibig im 12. und Stefan Marty im 18. Rang der Vorausscheidung. Nur mit ein wenig mehr Glück wäre dies auch Patrick Suter gelungen, der sich im ersten Rang hinter der Auszeichnung platzierte. In der Kategorie 2 gelang der Finaleinzug auch Remo Nideröst. Er trommelte sich auf den 7. Rang der besten 20 seiner Kategorie, während sich Markus Marty auf dem 13. Rang mit dem Kranz schmücken lassen durfte.
Ein grosses Versprechen für die Zukunft sind die jungen Steiner, die sich bei den Jungtambouren in der höchsten Spielklasse der Jury stellten. Von sechs Angetretenen standen gleich deren 3 im Final der besten 20 Jungtambouren. Mit Martin Grätzer (11.), Roman Vogel (12.) und Florian Geisser (17.) war der Tambourenverein Steinen mit den meisten Akteuren im Final vertreten. In der Kategorie 2 der Jungtambouren konnte sich Cédric Schuler mit dem 5. Rang unter 74 Wettspielern einen Spitzenplatz ertrommeln. Der 11. Kranz für den Verein geht auf das Konto von Altmeister Siegfried Geisser, der sich zum ersten mal bei den Veteranen messen durfte und im 13. Rang die Kranzauszeichnung verdiente.
Überzeugendes Sektionswettspiel
Als erstes stand für den Tambourenverein die Marschkonkurrenz auf dem Programm. Mit der Maximalnote in der Marschordnung und sehr hohen Noten in Technik und Dynamik wurde der Marsch „Basel Nord“ durch die Jury taxiert. Beim zweiten Kampfgericht musste eine Komposition aus dem 1. bzw. 2. Schwierigkeitsgrad vorgetragen werden. Die Komposition „Jazz de Pique“ welche ausgewählt wurde, ist geprägt durch verschiedene Jazz-Rhythmen und ungewohnte technische Figuren. Dass diese Art Kompositionen den Steinern liegen, bewies der Vortrag eindrücklich. Man spürte förmlich, dass dieser Vortrag perfekt gelang. Dies sah dann auch noch die Jury so und setzte die Steiner auf den ersten Rang der 16 Formationen. Ausgewiesene Fachleute aus dem Publikum sprachen bereits von einem einmaligen Erlebnis in absoluter Perfektion bei diesem Juryplatz. Mit der Gewissheit einer ausserordentlichen Leistung beim zweiten Juriplatz wurde der letzte der drei Bewertungsplätze aufgesucht. Mit der Komposition „Furioso“ war man bereit auch noch die letzte Jury zu überzeugen. Furioso ist eine Komposition die ihrem Namen weit mehr als nur gerecht wird. In immensen Tempi werden Höchstschwierigkeiten gespielt, was den Akteuren alles abverlangt. Mit einer bestechenden Sicherheit konnte auch diese Schwierigkeit umgesetzt werden, was auch im Publikum für einige Bewunderung sorgte. Dass diese Leistung fast schon wie selbstverständlich abgerufen werden konnte sah auch die Jury so und bewertete den Vortrag mit dem 2. Rang. Bei der sonntäglichen Rangverkündigung wurde der Tambourenverein Steinen dann bereits an dritter Stelle ausgerufen. Dies ist exakt der gleiche Rang wie vor 4 Jahren am Tambourenfest in Basel. Ein genauerer Blick in die Rangliste zeigt auf, dass die drei Spitzenvereine Laupersdorf-Thal, Ryburg-Möhlin und Steinen unter Nichtberücksichtigung des Beteiligungszuschlages (0,1 Punkte pro Wettspieler) bei einer Gesamtpunktzahl von 119.7 bzw. 119.3 lediglich durch 4 winzige Zehntelpunkte getrennt sind. Ein solcher Abstand ist auch für absolute Profis unter den Juroren kaum mehr wahrnehmbar und grenzt dabei eher an Zufall als an feststellbare Unterschiede. Absolut zufrieden mit den erbrachten Leistungen konnte das Fest in Langenthal anschliessend beendet und die Heimreise angetreten werden.
Aus der Rangliste
Kat. T1: Final: 2. Martin Schibig, 11. Adrian Zimmermann. Vorrunde: 12. Guido Schibig, 18. Stefan Marty, 19. Patrick Suter, 23. André Annen und 25. Christoph Steiger.
Kat. T2: Final: 7. Remo Nideröst. Vorrunde: 13. Markus Marty, 25. Erwin Schnüriger, 38. Mario Schuler und 39. Raphael Kost.
Kat. T1J: Final: 11. Martin Grätzer, 12. Roman Vogel und 18. Florian Geisser. Vorrunde: 25. Michael Amstutz, 48. Jan Andermatt und 54. Thomas Marty.
Kat. T2J: 5. Cédric Schuler und 68. Stefan Reichmuth.
Kat. TV: 13. Siegfried Geisser und 25. Hansjörg Grätzer.
Kat. S1: 1. TV Laupersdorf-Thal 123.20, 2. Fasnachtszunft Ryburg Möhlin 122.10, 3. Tambourenverein Steinen 122.00, 4. TV Edelweiss Erschmatt 120.60
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